Was ist Achtsamkeit und wie kannst du es lernen?

Sascha BrunzelUncategorized1 Comment

Das Wort Achtsamkeit ist mittlerweile in aller Munde. Doch was ist Achtsamkeit und wie kannst du es lernen? Ich gebe dir hier einen kleinen Einblick.

Ich lernte diesen Begriff vor vielen Jahren durch den Buddhismus kennen. Dort hat die Achtsamkeit eine zentrale Rolle. Indem wir lernen achtsam zu sein, bringen wir unserem Geist bei, nicht ständig herum zu springen. Im Buddhismus wird er daher häufig als Affengeist bezeichnet. Also anstatt unserem Geist ständig hin und her zu folgen, versuchen wir zu bemerken, wenn er zum nächsten Objekt springt. Zum Beispiel wenn wir an einer Aufgabe arbeiten und unser Smartphone vibriert. Plötzlich sind wir abgelenkt und greifen ganz automatisch zum Telefon. Aber wollen wir das tatsächlich? Wollten wir nicht konzentriert arbeiten?

Mit ein wenig Übung in Achtsamkeit hätten wir das Vibrieren bemerkt, unseren Impuls erkannt und eher die Chance gehabt, nicht nach dem Smartphone zu greifen. Ein Beispiel für Unachtsamkeit ist das Autofahren oder Spazieren gehen. Wir starten an Punkt A. Doch wenn wir plötzlich an Punkt B angekommen sind bemerken wir, dass wir nur sehr wenig vom eigentlichen Weg mitbekommen haben. Manchmal fragen wir uns sogar, welchen Weg wir genommen haben. Alle Beispiele für Achtsamkeit lassen sich wie folgt zusammenfassen: Achtsamkeit ist die bewusste Wahrnehmung für das, was gerade geschieht. Seien es Gedanken, Worte, oder Handlungen.

Hier biete ich dir drei Techniken an,  wie du Achtsamkeit zu jeder Tageszeit lernen kannst:

  1. Atembetrachtung

    Die wohl bekannteste Methode, wenn es um die Übung von Achtsamkeit geht. Du atmest ein, du atmest aus. Ganz ungezwungen atmest du und beobachtest nur. Wie sich der Brustkorb oder der Bauch auf und ab bewegen. Wie sich die ein- und ausströmende Luft an deiner Nase anfühlt und vielleicht Geräusche macht. Halte deinen Fokus auf einer Sache. Irgendwann werden dich deine Gedanken ablenken. Dem Affengeist fällt ein, dass er noch die Wäsche machen muss oder eine E-Mail schreiben. Es wird passieren und ist völlig ok. Gib dem Gedanken ein Etikett, zum Beispiel „Denken“ und konzentriere dich wieder auf deine Atmung. Es kann zu Beginn sehr hilfreich sein deine Atemzüge zu zählen. Ein, aus, 1. Ein, aus, 2,… Falls du es schaffst bis 10 zu kommen, fängst du von vorne an. Weißt du nicht mehr bei welcher Zahl du warst, ist es auch ok und du fängst wieder bei 1  an.

  2. Bewusst essen

    Wir alle atmen nicht nur, sonder essen auch regelmäßig. Nimm dir einmal die Zeit, um deine Mahlzeit ganz bewusst zu essen. Wie riecht es? Wie fühlt sich die Konsistenz im Mund an? Was schmeckst du genau heraus? Ist da nur etwas Salziges, oder schmeckst du auch etwas Süßes? Es kann schon ein besonderes Erlebnis sein, eine einzelne Rosine mit den Lippen zu ertasten, sie im Mund mit der Zunge zu fühlen, und schließlich ganz langsam und genüsslich zu kauen. Zudem bringt achtsamen Essen den Vorteil, dass die Nahrung besser gekaut wird und dadurch leichter verdaut werden kann.

  3. Achtsames Gehen

    Bei dieser Methode ist es hilfreich, sich einen ruhigen Abschnitt zu suchen. Am Besten so nah an der Natur wie möglich und so wenig hektisches Treiben wie es geht. In der Natur kommt der Geist leichter zur Ruhe. Nun gehst du los. Aber nicht um irgendwo anzukommen, sondern einfach um zu gehen. Ganz langsam. Dabei nimmst du ganz bewusst wahr, wie deine Fußsohle beim ersten Schritt den Boden berührt, dein Fuß sich langsam abrollt und dann dein ganzes trägt. Nun bist du ganz bei dem anderen Fuß, wie er sich langsam hebt, sich nach vorne bewegt, die Fußsohle Kontakt zum Boden bekommt, dein Fuß sich abrollt, usw. Als wenn du mit jedem Schritt den perfekten Fußabdruck auf der Erde hinterlassen möchtest.

Es gibt noch viele weitere Methoden. Doch an dieser Stelle hoffe ich, dass dir eine von den oben genannten gefällt und du sie ausprobierst, um ein wenig Achtsamkeit zu lernen. Falls du mehr über Achtsamkeit wissen möchtest oder wie du es in deinem Leben integrieren kannst, schreibe mir über Social Media oder benutze das Kontaktformular.

One Comment on “Was ist Achtsamkeit und wie kannst du es lernen?”

  1. Hallo Sascha, bei mir hat eine Anmerkung Klick gemacht:
    „Gib dem Gedanken ein Etikett, zum Beispiel „Denken“ und konzentriere dich wieder auf deine Atmung.“

    Ich meditiere auch schon einige Jahre und konnte mit „Gedanken wie Wolken vorüber ziehen lassen“ etc. nie etwas anfangen. Meiner Meinung nach hat mir immer etwas gefehlt wie: „Stempel auf den Gedanken und weiter gehts“ 🙂

    Sehr schön, Deine Etikett-Variante.

    Liebe Grüße, Jessi

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